Schriftzug Conseil d'Eglises
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Christus, das eine Fundament der Kirche

Es hört zum Inhalt des christlichen Glaubens, dass die Kirche Christi eins ist. Es gibt nur eine Kirche ebenso, wie es nur einen Gott, einen Christus, ein Evangelium, eine Taufe und ein heiliges Abendmahl gibt. Das Neue Testament kennt keine Vielfalt von Kirchen, sondern nur eine Kirche und ein Volk Gottes. Wo es das Wort Kirche in der Mehrzahl gibt, bedeutet es nicht, dass es mehrere Kirchen gibt, sondern dass die verschiedenen Einzelgemeinden jede für sich ein vollwertiger Ausdruck für ein und dieselbe Kirche sind.

Die einzelnen Kirchengemeinden sind selbst nichts anderes als die lebendige Einheit der Gnade, der eine Leib Christi in der Wirklichkeit seiner Glieder und Organe.

Das Neue Testament kennt keine Pluralität von Kirchen, die einander ausschließen. Es kennt die Versuchung der Zerstreuung, unterstreicht allerdings umso stärker die einige Kirche Jesu Christi. Es gibt nur ein Volk Gottes ebenso, wie es auch nur einen Leib Christi, nur eine Braut Christi gibt.
Für das Neue Testament ist die Kirche eine Einheit, aber doch nicht ohne Probleme. Davon zeugen die zahlreichen apostolischen Ermahnungen.

Auch für die reformatorische Theologie steht fest, dass es nur eine Kirche gibt ebenso, wie es nur einen Christus gibt. „Item docent, quod una sancta ecclesia perpetuo mansura sit“ (Confessio Augustana, Art. 7). Keiner der Reformatoren vertrat die Auffassung, dass es mehrere voneinander und im Gegensatz zu einander existierende Kirchen geben sollte. Es war nur die Rede von der einen katholischen und apostolischen Kirche. Eine Pluralität von Kirchen war einfach eine Verleugnung des Wortes Gottes. Somit lagen den Reformatoren die Absicht und der Gedanke fern, dass die Spaltung, die zwischen der römisch-katholischen Kirche und der evangelischen Gemeinde entstand, eine permanente und legitime Ordnung sein sollte. Ihr Ziel war eine Reform der einen heiligen katholischen Kirche und eine Wiederherstellung der wahren Einheit.

Es ist freilich eine unumstößliche Tatsache, dass die Reformatoren ihr Ziel nicht erreichten. Der Reformationsprozess wurde mit politischen Absichten vermengt und verließ den vorgezeichneten Weg. Die Spaltung der Kirche war Realität. Später wurde die Spaltung der Kirche als gegeben und normal hingenommen, wenngleich die Wunde nie verheilt ist. Es gibt heute eine lebendige Unruhe und ein Suchen, die sich der Selbstverständlichkeit und der Unanfechtbarkeit der Pluralität widersetzen. Heutzutage ist die Spaltung der Kirche schmerzhaft zu spüren. Hierbei handelt es sich um den gleichen Schmerz, den Christus in seinem Gebet für die Kirche ausdrückte: „Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seien gleichwie wir.“.... „Damit die Welt glaube, du hast mich gesandt.“
Die Einheit der Kirche besteht nicht nur wegen der Kirche, sondern damit die Welt glaube.

Weil Christus das eine Fundament der Kirche ist, müssen alle Christen der Welt für die Einheit der Kirche arbeiten und beten. Dabei ist weniger von Bedeutung, ob wir uns Protestanten oder Katholiken nennen, wenn Christus uns in seinem Namen, in seinem Glauben und in seiner wahren katholischen und apostolischen Kirche festhält.

Heutzutage ist nicht die Zeit für Spaltung, sondern für Einheit. Die Kirche hat so viel zu tun in der Welt und für die Menschen in der Welt. Wir dürfen keine Zeit verlieren mit unnötigem Zwiespalt. Als Leib Christi sind wir miteinander verbunden in der einigen Kirche Christi und in einem christlichen Glauben.
Wie der Apostel Paulus im zweiten Brief an die Korinther 1, 24 schreibt: „Nicht dass wir Herren wären über Euren Glauben, sondern wir sind Gehilfen Eurer Freude; denn Ihr stehet im Glauben.“

Eskild S. Pedersen, Pfarrer der Dänischen Kirche Luxemburg

Mai 2005
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