Schriftzug Conseil d'Eglises
AGENDA
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Protestantisch-Reformierte Kirche von Luxemburg H. B.
Name Protestantesch-Reforméiert Kierch vu Lëtzebuerg
Protestantisch-Reformierte Kirche von Luxemburg H. B.
Église Protestante Réformée du Luxembourg
Juristische Basis Konvention vom 23.11.1982
Organisation Evangelische Landeskirche
Sprachen Lëtzebuergesch, Deutsch, français
Einrichtungen Protestantischer Presse- und Informationsdienst in Luxemburg
Aktivitäten Kinderschiff, Kindergottesdienst, Konfirmandenarbeit, Jugendkreis, Frauenkreis, Männerkreis, Gesprächskreis „Bibel up to date“, Meditationen „Zur Rou kommen - Relaxt ënnert dem Kräiz“
Veröffentlichungen Ein-Blick (6 Ausgaben/Jahr)
www.reformiert.lu
Festschrift „120 Joer Protestantesch Kierch am Minett - 25 Joer Reforméiert Selbstännegkeet“ 2007
Gottesdienstorte Reforméiert Kierch, 11, rue de la Libération, L-4210 Esch/Alzette
Chapelle Gaffelt, rue Gaffelt, L-3480 Dudelange
Oratoire du Centre hospitalier Emile Mayrisch, Esch/Alzette
Besucher-Adresse 11, rue de la Libération
L-4210 Esch/Alzette
Fon: +352 54 03 45
Fax: +352 54 03 46
Mail: eglrefki pt.lu
Post-Adresse Boîte postale 295
L-4003 Esch/Alzette

Reformierte in Luxemburg

Das Großherzogtum Luxemburg mit seiner konstitutionellen Monarchie im deutsch-französisch-belgischen Grenzwinkel hat über 440.000 Einwohner, davon weit über 140.000 Ausländer. Da das Land von der Reformation kaum berührt wurde, ist die Bevölkerung mehrheitlich römisch-katholisch.
1982 hat der Staat eine Konvention mit der Protestantisch-Reformierten Kirche H.B. geschlossen. 1997 folgten die Verträge mit dem Erzbistum, der Protestantischen Kirche von Luxemburg, der griechisch-orthodoxen Kirche und der jüdischen Kultusgemeinde.

Napoleon I. (1769-1821) erließ 1802 das Gesetz vom „18 germinal an X relative à l’organisation des cultes“, welches die Beziehungen zwischen Staat und Kirchen bis heute regelt. Die“Articles organiques des cultes protestants„bilden die Grundlage des Staatsvertrages mit den protestantischen Kirchen. Der Staat unterhält Schulen und Sozialeinrichtungen. Rechte und Freiheiten der Bürger und die volle Religionsfreiheit sind durch die Verfassung von 1868 garantiert. Erzbischöfe, Bischöfe der griechisch-orthodoxen Kirche, Pasteurs titulaires der beiden Luxemburger Protestantischen Kirchen und Oberrabbiner sind“Chef du culte". Die Rechte des Staates bei deren Ernennung und Einsetzung sind Gegenstand von Verträgen (1982 und 1997).

Eine kleine, aber traditionsbewusste Minderheit bildet den luxemburgischen Protestantismus. Die Geschichte des Protestantismus in Luxemburg beginnt Anfang des 19. Jahrhunderts. Bis dahin erhielten Protestanten nur in Ausnahmefällen die Erlaubnis, sich im Land und vor allem in der Hauptstadt niederzulassen. Die rein römisch-katholische Bevölkerung sah in der Niederlassung von evangelischen Frauen und Männern den „Bruch der Glaubenseinheit“, die seit Jahrhunderten ihre Bewohner im selben Geiste am „Fuß der Altäre“ versammelt habe. Eine Aufnahme von Protestanten bedeutete ihrer Meinung nach „Zerstörung des Friedens und der Ruhe“. Diese Einstellung konnte den Zuzug von evangelischen Frauen und Männern aber nicht verhindern.

Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde das rein römisch-katholische Großherzogtum Luxemburg eng mit dem protestantischen Haus Nassau verbunden. Luxemburg wurde Mitglied im neu gegründeten Deutschen Bund. In die Bundesfestung in der Stadt Luxemburg wurde eine preußische Garnison einquartiert. Dadurch wurde eine kirchliche und seelsorgerliche Betreuung der evangelischen Soldaten, Beamten und deren Familien notwendig. Diese Betreuung geschah mit Unterstützung des Herrscherhauses durch Garnisons- und Hofprediger. Nach der Schleifung der Bundesfestung im Jahre 1867 betrieben die evangelischen Bewohner die Gründung von örtlichen Kirchengemeinden in der Stadt und im ländlichen Umfeld.

Die Entstehung der protestantischen Diasporagemeinden im Süden geht auf die nach 1870 einsetzende Industrialisierung des bis dahin schwach besiedelten Agrarlandes zurück. Damals siedelten sich protestantische Facharbeiter, Fabrikbesitzer, Handwerker und Kaufleute und deren Familienangehörige in Süden an, um in Erzgruben, Hüttenwerken und beim Eisenbahnbau Beschäftigung zu finden. Im Kanton Esch, auf einem Zehntel der Fläche Luxemburgs, entstand eine Zusammenballung von über einem Drittel der Landesbevölkerung. Die Industriearbeiter erwarteten von der evangelischen Kirche Hilfe für ihre Probleme und Anliegen. Evangelische Frauenvereine entstanden, die soziale Dienste übernahmen.

Das Verhältnis der Protestanten in Luxemburg untereinander hat sich seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts grundlegend verändert. In der Allianz protestantischer Kirchen in Luxemburg schlossen sich die Protestanten aus Luxemburg-Stadt (Protestantesch Kierch), die Reformierten aus dem Süden (Protestantesch-Reforméiert Kierch), die Paroisse protestante francophone, die Evangelische Gemeinde deutscher Sprache, die Nederlandse Protestantse Gemeenschap und die Danske Kirke i Luxembourg zusammen, um gemeinsam Öffentlichkeitsarbeit, Erwachsenenbildung, Jugendarbeit, soziale Arbeit und Mission zu betreiben. Die Allianz ist Gründungsmitglied des Rates christlicher Kirchen in Luxemburg (1997). Die beiden einheimischen protestantischen Kirchen sind Mitglied der Konferenz europäischer Kirchen (KEK) und der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE, vormals Leuenberger Kirchengemeinschaft). Die Protestantesch-Reforméiert Kierch ist darüber hinaus Mitglied im Reformierten Weltbund (RWB) und im Reformierten Bund (RB).

11. Juli 2008
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